Die Flüchtlingstheatergruppe der GU Würzburg – eine kulturelle Initiative für Asylsuchende
Die Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft durch kreative Arbeit ist das zentrale Anliegen der Flüchtlingstheatergruppe der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende. Ins Leben gerufen 2009 durch eine Initiative von Caritas und Katholischer Hochschulgemeinde ist das Ensemble 2011 durch die erfolgreiche Gemeinschaftsproduktion „Traum vom Leben“ mit dem Mainfranken Theater Würzburg überregional bekannt geworden.
„Traum vom Leben“ entstand aus zahlreichen vertrauensvollen Gesprächen innerhalb des Ensembles und kontrastiert Erinnerungen an die eigene Kindheit mit traumatischen Erlebnissen von Krieg, Folter, Flucht und Vertreibung.
Die Produktion setzt dabei ganz auf die Authentizität der Laiendarsteller aus Äthiopien, Afghanistan, dem Iran und dem Irak. Kein Bühnen-, kein Kostümbild ist notwendig, kaum Requisiten. Im Mittelpunkt steht rein der Mensch. „Das, was auf der improvisierten Bühne präsentiert wird“, schrieb der Bayerische Rundfunk über die Premiere, „geht direkt ins Herz“.
Mittlerweile sind in den regelmäßig stattfindenden Proben und Workshops weitere Programme entstanden, darüber hinaus gastierte und gastiert das rund 20-köpfige-Ensemble. Ein größeres Vorhaben ist 2012 mit dem Straßentheater „Circus der Völker“ geplant, einer Revue mit Clownerie, Akrobatik, Musik und Tanz.
Weiterhin sind Mitglieder des Ensembles in neuen Kontexten unterwegs. So berichten sie in der Schreibwerkstatt „Fremde Freunde“ der Stadtbücherei Würzburg Schülerinnen und Schülern über ihr Schicksal. Dies soll Schreibanlass für Gedichte, Kurzprosa oder Reportagen sein. Die beeindruckendsten Texte werden im Flüchtlingsmagazin „Heim-Focus“ veröffentlicht und bei den Schultheatertagen des Mainfranken Theaters durch Schauspieler rezitiert.
Dies unterstreicht nochmals die Gesamtausrichtung der Initiative: Kulturelle Programme stärken Selbstbewusstsein, fördern die Lobbyarbeit, führen aus der Isolation heraus und werben für ein besseres Verständnis zwischen Asylsuchenden und Bevölkerung.
Darüber hinaus engagiert sich das Projekt intern für die Belange der Ensemblemitglieder und versucht diesen konkrete Hilfe in Notsituationen anzubieten.
Die Flüchtlingstheatergruppe wird unterstützt durch „Vivovolo“, den Verein für kulturelle Zusammenarbeit, die Katholische Hochschulgemeinde, den Freundeskreis für ausländische Flüchtlinge.
Mit dem Ensemble arbeiten als Künstlerische Leiter Barbara Duss und Alexander Jansen sowie Hannah Förster und Eva Giese mit dem Schwerpunkt soziale Integration.













