Ausgewählte Artikel

Sehr geehrte Frau Haderthauer, 

wir teilen aus Überzeugung die weitblickende Asylpolitik unserer Landesregierung. Insbesondere der restriktiven harten Hand Ihrer Ministerialadministration gilt unsere aufrichtige Wertschätzung. Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, das muss doch gerade in diesen schweren Zeiten die oberste Pflicht nicht nur der Politik, sondern aller verantwortungsvollen Bürger unseres geliebten Heimatlandes sein. 

Dass die Herren Bundesverfassungsrichter mit ihrem Fehlurteil zum Asylbewerberleistungsgesetz gewaltig Till GU-spiegel Teil 1 über das Ziel hinausgeschossen sind, kommt einem fahrlässigen Ausverkauf der Heimat gleich. Wie die aktuellen Zahlen zeigen, ist wohl zu befürchten, die Asylantenströme werden nun derart anschwellen, dass sie für unser Gemeinwohl zu einer ernsthaften Bedrohung werden. Daher stehen wir voll hinter Ihrer Strategie, die untragbare Last des nun per Gerichtsbeschluss von 40,90€ auf unglaubliche 134,00€ pro Erwachsenen förmlich explodierten Taschengeldes für diese Nutznießer unserer Sozialsysteme durch geeignete Maßnahmen zu kompensieren. [weiterlesen]

Identität haben wir alle. Meine Identität ist, wer ich bin. Wer ich bin, weiß niemand besser als ich, schließlich bestimme ich, wer ich bin. Könnte man meinen. Als wissenschaftlicher Begriff ist Identität indes komplexer. Zwei Aspekte, die gerne vernachlässigt werden, sind: Erstens hat das, was ich bin, viel damit zu tun, was ich tue, tun kann, tun darf. Zweitens hängt unsere Identität in gewissem Maße davon ab, wie unsere soziale Umwelt auf uns reagiert. 

Wende ich diese beiden Gedanken auf die Situation vieler Flüchtlinge in Deutschland an, muss ich zu verheerenden Ergebnissen kommen, was die Bedingungen für ihre Identitätsentwicklung angeht. Tun dürfen und können sie wenig. Und ihre soziale Umwelt? Spiegelt ihnen entweder Mitleid, Gleichgültigkeit oder kaum verhohlene Abneigung: „Flüchtlinge wollen nur ein Stück vom Wohlstandskuchen abhaben, der hierzulande hart erarbeitet wird“. [weiterlesen]

Gerne werden sie als „Randgruppe“ bezeichnet: AsylbewerberInnen in Deutschland. Doch haben sie sich den Platz am Rand der Gesellschaft selbst ausgesucht? Ein Blick in den Alltag von Flüchtlingen.

„Ab-schie-bung“. „Resi-denz-pflicht“. „Lager“. Diese Wörter kennt Manuel. Doch die Frage „Wie geht es dir?“ kann er nicht beantworten. Der schlaksige Junge steht im Flur vor seinem Zimmer im Erstaufnahmelager für Flüchtlinge, Baierbrunner Straße14, in München. Er wartet auf seine serbischen Freunde, um in der Innenstadt an einer Demonstration gegen die Lebensbedingungen in Lagern teilzunehmen. Nächste Woche Dienstag soll er abgeschoben werden, zusammen mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester. Es ist Mittwoch Vormittag, kurz vor zwölf. Fast alle Türen im Lager sind geschlossen. Die kobaltblauen, blanken Wände und der graue Linoleumboden lassen an verlassene Schwimmbadgänge erinnern. Abgestandene Luft, Wasserflecken, Schimmel, Risse in den Wänden und der Geruch von Urin. [weiterlesen]

Heimfocus N°11 - 11/2012 - Komplette Ausgabe